Mittwoch, 12. Februar 2014
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Das erste kleine Häuschen schauten wir uns im Nord-Westen von Hamburg an, es lag in einem kleinen malerischen Dorf zwischen Hamburg und Lübeck.
Bereits bei der Recherche war mir die gefährliche Nähe zur Autobahn aufgefallen. Da es aus der Luft aber so aussah, als wenn ein Waldstreifen als Schutz dazwischen läge und das kleine mit Reet gedeckte Fachwerkhaus auf den Bildern so vielversprechend aussah, gaben wir ihm eine Chance. Kurz den Makler angerufen und natürlich die Rückmeldung, man hört absolut nichts von der Autobahn. Eigentlich klar.
Es müsste in etwa September gewesen sein. Ab und zu schien die Sonne zwischen den Wolken durch. Eine bessere Präsentation wäre also gar nicht möglich gewesen. Als wir dann vor dem neuen Heim in spe aus dem Auto steigen, empfängt uns eine akustische Kulisse wie auf einer Autobahnraststätte. Der Makler begrüßt uns schon freundlich wartend und räumt schnell ein, dass es heute ungünstige Luftfeuchtigkeit habe und daher scheinbar mehr zu hören sei, als bei seinem letzten Besuch. Damals habe man nichts gehört. Is' klar. Wir haben uns die Bude kurz angeschaut und sind dann schnell wieder gefahren, da gab es keine Diskussion.

Nummer 2 lag im Norden von Hamburg mit AKN Anbindung. Wieder ein wunderschönes Fachwerkhaus von Anno Tuck mit einem malerischen Garten. Einziges Manko war ein quasi utopischer Preis. Angeschaut haben wir es uns trotzdem unter dem Gesichtspunkt, dort ggf. mit Freunden einzuziehen und ggf. genug Platz zu haben den Wohnraum aufzuteilen. Leider war dies dann doch nicht möglich, der Makler schickte seinen 18 jährigen Azubi der wirklich keine Frage beantworten konnte. Außen hui - innen pfui. Wir haben vor allem im oberen Bereich nur baufällige Räume vorgefunden. Ein Sanierungsobjekt also und das für schlappe 1650,- € plus Strom. Dazu kam noch, dass die Aufteilung leider so schlecht war, dass es nicht möglich war mit zwei Parteien hier zu wohnen. Alleine war uns die Miete eindeutig zu hoch. Also kein Thema.

Objekt Nummer 3 lag am Rand von Elmshorn, eine schöne Altbauvilla mit tollem Garten. Die Miete war noch an der Grenze zum bezahlbaren und die Wohnung wirklich toll. Große Räume und hohe Decken. Elmshorn wäre zum pendeln okay gewesen, ich hätte mit dem Rad zur Bahn fahren können. Leider eine 70er Straße direkt vor dem Haus und diese auch im Haus noch zu hören, wenn auch nicht laut. M hätte gerne zugesagt, aber ich hatte mir geschworen, nicht mehr an einer Straße zu wohnen die ich in der Wohnung höre und die regelmäßigen Durchgangsverkehr hat. Also aussortiert.

Nur einen Tag später haben wir uns dann Nummer 4 angeschaut. Die Lage war wieder zwischen Hamburg und Lübeck, ein kleines Fachwerkhaus mit großem Garten und viel Grün in der Umgebung. Alles sah vielversprechend aus. Nebenbei noch recht günstig (im Vergleich zu allem bisherigen), einziges Manko auf den ersten Blick war die Lage. Es lag wirklich so auf dem Land, dass wir ein zweites Auto brauchen würden, da es nahezu unmöglich ist sich dort weg zu bewegen.
Wir sind also hin gefahren und hatten wieder gutes Präsentationswetter im Spätherbst (Mitte Oktober). Schon die letzten Kilometer während der Anfahrt wurden von immer heftiger werdenden Kommentaren begleitet, dass meine Frau hier nicht hinziehen wolle und das schon immer gesagt habe, dies sei einfach zu weit weg. Außerdem hätte ich den Termin einfach ausgemacht ohne sie richtig zu fragen. Das Gezeter wollte nicht enden.
Als wir dann vor der möglichen neuen Bleibe stehen und aus dem Auto steigen, kann M sich dann doch nicht zurückhalten und es entfährt ihr ein "Uih, ist das aber schön hier!". Daran änderte sich auch in der weiteren Besichtigung nichts und wir waren wirklich hin und weg von diesem schönen Ort. Es passte alles, es war nicht zu perfekt, es war nicht zu einsam und der Rasen wurde auch nicht mit der Nagelschere geschnitten. Wir waren uns einig, das würden wir nehmen. Wenn wir es denn bekommen. Wir hatten Glück.